Stress bei Pferden

Dauerhafter Stress hat langfristig gesehen einen sehr negativen Einfluss auf den gesamten Stoffwechsel des Pferdes – auf das Verdauungssystem und das Immunsystem. Der Körper geht an seine Reserven und ist anfälliger für Allergien oder schwere Erkrankungen wie Kotwasser, Durchfall, Koliken, Hufrehe, Magengeschwüre, Sommerekzeme, Hufrehe. Ist der Darm erst geschwächt, verliert das Immunsystem an Stärke und reagiert wesentlich schneller auf Stressfaktoren, als gewöhnlich – ein Teufelskreis, den es zu durchbrechen gilt.


Stress und seine Folgen lauern überall

Pferde sind täglich Stressfaktoren ausgesetzt. Oft sind sie für Pferdebesitzer im ersten Moment nicht sichtbar, aber sie belasten das Pferd auf Dauer.

Hier sind einige Faktoren aufgeführt, die bei Pferden zu Stress führen können:

a) Falsche Ernährung: Überversorgungen mit Nährstoffen führen langfristig zur Belastung des Stoffwechsels. Die Entgiftungsorgane wie Leber und Niere müssen ständig auf Hochtouren laufen. Langfristige Unterversorgungen mit Nährstoffen dagegen führen dazu, dass Körperreserven mobilisiert und aufgebraucht werden müssen. Dadurch entstehen Mangelsituationen für das Pferd, die langfristig zu schwerwiegenden Krankheitsbildern führen wie z.B. Entkalkung der Knochen oder Mobilisation von Protein aus dem Muskelgewebe. Zuviel Energie verursacht adipöse Pferde, zuviel Eiweiss kann dagegen zu Nierenschäden führen. Ein Ungleichgewicht in der Versorgung mit Mineralstoffen und Spurenelementen kann dazu führen, dass das eine Spurenelemente wie z.B. Zink, ein anderes wie z.B. Kupfer, negativ bei der Aufnahme beeinflusst. Ein sog. sekundärer Mangel entsteht. Das gleiche trifft auf die Elemente Calcium und Magnesium zu. Zuviel Calcium erschwert die Magnesiumaufnahme und kann zum Mangel führen, selbst wenn das Futter genügend Magnesium enthält. Rations- bzw. Fütterungsfehler führen langfristig also zum Stress für das Pferd, denn sie üben einen negativen Einfluss auf die Fruchtbarkeit, das Leistungsvermögen, das Wachstum, das Immunsystem und auch auf das Verdauungssystem der Pferde aus.

b) Psychische Belastung: Das Absetzen der Fohlen von der Mutter ist ein sehr einschneidendes Erlebnis, welches je nach Art und Weise des Absetzens, die Fohlen auch langfristig traumatisieren. Das gleiche gilt für Pferde die einen schweren Sportunfall hatten oder während eines Transportes auf der Strasse, in einem Autounfall verwickelt waren. Auch junge Pferde beim Anreiten, aber auch aktive Turnierpferde, die oft den Leistungsanforderungen ihrer Reiter nicht gewachsen sind (Überforderung) zeigen oft psychische Stressfaktoren. Turnierstarts, ständiger Stallwechsel oder auch gewisse Ausbildungsmethoden wie die „Rollkur", stehen in Verdacht Stress auszulösen.


Auch Freizeitpferde sind psychischen Gefahren ausgesetzt, gerade dann wenn es Schmerzen empfindet, wie z.B. bei einer Kolik, einem Hufreheschub oder bei Verletzungen. Dieser „Dauerstress" kann den Pferden regelrecht „auf den Magen schlagen". Folgen sind u.a. Magenschleimhautentzündungen und Magengeschwüre ; Verdauungsstörungen, Schwächungen des Immunsystems, Leistungsabfall, bis hin zu chronischen Erkrankungen.

c) Nicht artgerechte Haltung: Pferde sind Herden- und Bewegungstiere. Sie haben ein angeborenes Verlangen nach Sozialkontakt und Bewegung. Häufig jedoch stehen unsere Pferde 22 von 24 Stunden in einer Box. Je nach Haltungssystem werden den Pferden unterschiedliche Möglichkeiten angeboten, sich mit seinen Artgenossen zusammen bewegen zu können. Von der Einzelboxhaltung ohne Aussenfenster, bis zum Offen-, Gruppen- oder Bewegungsstall ist alles möglich. Der Körper des Pferdes ist auf Bewegung ausgerichtet, so werden nicht nur die Atemwege durch das Laufen gereinigt, auch die Verdauungsvorgänge laufen besser, wenn das Pferd sich bewegen kann und der Darm so „massiert" wird. Die oftmals eingeschränkte Möglichkeit zum Sozialkontakt in der Einzelboxhaltung ist heute sicherlich unter diesen Aspekt als problematisch anzusehen. Aber auch die Gruppenhaltung der Pferde wird heute häufig negativ gesehen, gerade bei Pferden die wenig dominant sind und daher in der Rangordnung sehr niedrig stehen.


d) Sozialstress: Die Haltung der Pferde in Gruppen ist heute sicherlich aus artgerechter Sicht zu bevorzugen. Jedoch sollte man dabei jedes Pferd individuell beobachten und entscheiden ob es tatsächlich für die Gruppenhaltung geeignet ist. Gerade für Pferde die wenig dominant sind und daher in der Rangordnung sehr niedrig stehen, sind in dieser Haltungsform oft dauerhaft „Stress pur" ausgesetzt. Erkrankungen wie Kotwasser oder Magengeschwüre, aber auch viele Koliken werden heute häufig mit dem sozialen Stress in der Gruppenhaltung in Verbindung gebracht. Erschwerend kommt hinzu, dass in diesen Gruppen oft keine Konstante herrscht. Neue Pferde kommen hinzu und müssen ihren Platz in der Herde finden, andere gehen aus der Gruppe raus.

e) Umweltbelastungen: Ähnlich wie bei Menschen reagieren auch Pferde unterschiedlich auf Einflussfaktoren von außen, wie z.B. Elektro-Smog durch Hochspannungsleitungen oder das „Schattenwerfen" von Windkraftanlagen, auf der Weide. Auch Belastung, wie das Ausbringen von Spritzmitteln auf einem Kartoffelfeld, welches an der Weide angrenzt, kann Stress verursachen. Die Aufnahme von giftigen Pflanzen wie das Jakobskreuzkraut oder die übermässige Aufnahme von Eicheln lösen sekundär Verdauungsstress aus. Der Fellwechsel im Herbst und Frühjahr ist letztendlich auch ein umweltbedingter Stressfaktor, ausgelöst durch klimatische Veränderungen, die den Stoffwechsel belasten und das Pferd so stressen.

f) Aggressive Krankheitserreger: Neben verschiedenen Arten von Würmern, wie die Magendassellarve, Spülwürmer oder auch Bandwürmer und deren negative Folgen auf das Immunsystem, aber auch Verdauungssystem, sind hier insbesondere aggressive Keime und Bakterien wie E. coli oder Salmonellen zu beachten. Oftmals kommen hohe Belastungen des Grundfutters mit Schimmelpilzen oder deren Stoffwechselprodukte (Mykotoxine), sowie hohe Belastungen mit Chlostridien Botulismus-Erreger hinzu. All diese Faktoren greifen den Stoffwechsel und somit das Verdauung- und auch Immunsystem an. Ein durch Stress belastetes Immunsystem, kann sich gegen pathogene Keime, Krankheitserreger, sowie Pilze wiederum schlecht wehren und ist wesentlich anfälliger. Ein Teufelskreis, der oftmals in sehr schweren Erkrankungen endet, die z.T. auch chronisch werden können.

g) Einsatz von Medikamenten: Viele Medikamente die beim Pferd eingesetzt werden, haben Nebenwirkungen auf den Magen-Darm-Trakt bzw. auf die Mikroflora im Darm. Hierzu gehören insbesondere Antibiotika, Wurmkuren oder Kortison, die die Mikroflora schädigen. Ein Neuaufbau bzw. die Stabilisierung der Darmflora ist dann unbedingt notwendig, um dauerhafte Folgeschäden zu vermeiden. In der Kritik stehen heute besonders auch der Einsatz von Kräutern oder ätherischen Ölen beim Pferd. So steht z.B. das Pfefferminzöl, in Verdacht, bei Dauergabe Leberschäden zu verursachen. Ebenso kontrovers wird der Einsatz von Ingwer diskutiert, der als Dauergabe die Magen/Darmschleimhäute reizt. Nicht umsonst stehen beide Produkte auf der Dopingliste der FN.

 

Pferde sind leidensfähige Tiere. Bevor wir ein stressbedingtes Magengeschwür erkennen, leidet das Tier schon sehr lange. Ähnlich ist es mit Cushing-Pferden. Auch hier wird das Problem oft erst gesehen, wenn sich das lockige Haar bildet – das eigentliche Problem existiert aber schon wesentlich länger. Daher ist es umso wichtig auf kleine Verhaltensänderungen wie z.B. plötzliche Widersetzlichkeit, aggressives Verhalten, Depression, Stereotypien wie Weben, Koppen oder ständiges durch die Box laufen zu achten und vor allem ernst zu nehmen.

 

Zusammenfassung:

 

Dauerhafter Stress hat langfristig sehr negative Folgen für den gesamten Stoffwechsel, auf das Verdauungssystem und das Immunsystem. Der Körper geht an seine Reserven und ist anfälliger für Allergien oder schwere Erkrankungen wie Kotwasser, Durchfall, Koliken, Hufrehe, Magengeschwüre, Sommerekzeme. Ist der Darm erst geschwächt, verliert das Immunsystem an Stärke und reagiert wesentlich schneller auf Stressfaktoren wie z.B. jährliche Impfungen, Wurmkuren, Fellwechsel, Transport- oder sozialer Stress.


Darmschutz ist Immunschutz und somit ein wirksames Mittel, dass Pferd in akuten Stresssituationen vorbeugend bzw. akut zu unterstützen.

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